Designer Auction: Luxuswelt zum angeblichen Schnäppchenpreis

27. November 2009

Das neue Online-Auktionsportal Designer Auction, das unter http://www.designerauction.de im Internet zu finden ist, verspricht Luxus zu Schnäppchenpreisen. Auf Designer Auction werden ausschließlich aktuelle Kollektionen hochwertiger Luxus- und Designerlabels wie BVLGARI, Chanel, Dior, Christian Louboutin, Dolce&Gabbana, Fendi, Gucci, Hermes, Jimmy Choo, Louis Vuitton, Mont Blanc, Rolex, Tiffany’s, Yves Saint Laurent und viele andere mehr angeboten, wobei das Produktportfolio laufend erweitert wird.

Schönes Design bei Designer Auction - dennoch kritisch zu sehen (Foto: leasure group.at)

Schönes Design bei Designer Auction - dennoch kritisch zu sehen (Foto: leasure group.at)

An den Auktionen nehmen die User mittels der Abgabe von Auktionsgeboten – so genannten “Bids” – teil, die im Vorfeld mittels aller gängigen bargeldlosen Zahlungsarten erworben werden, und zu jedem beliebigen Moment während des Auktionszeitraums, der zwischen fünf Minuten und einer Stunde liegt, gesetzt werden können. Pro gesetztem Gebot erhöht sich der Artikelpreis dabei um einen Cent. Im Gegensatz zu anderen Online-Auktionen gewinnt nicht das Höchstgebot, sondern das zuletzt gesetzte Gebot am Ende der Auktionsdauer. Wird in den letzten zehn Sekunden der Auktion noch ein Gebot abgegeben, verlängert sich diese um einige weitere Sekunden. Durch diesen so genannten Auktionsmechanismus besteht die Chance, edle Designerstücke mit Kalkül und Geschick zum Schnäppchenpreis zu beziehen. Allerdings gewinnt der Anbieter immer, während die Mehrzahl der Bieter leer ausgehen wird.

“Auktionsmodelle” dieser Art stehen schon länger in Deutschland in der Kritik, weil das Modell als nicht transparent genug gilt.  Der User gibt Geld für Gebote aus (anderswo bietet man natürlich kostenlos) und wird, wenn er erstmal genug investiert hat, weiterbieten und weiter zahlen. Dieser “Spielcharakter” birgt das Risiko, dass man zwar einiges Geld los wird, aber die Ware trotzdem nicht bekommt. So finanzieren die Unternehmen ihre Angebote, dazu gibt es in vielen Blogs auch Berechnungen am Beispiel anderer Unternehmen, die die gleiche Geschäftsidee hatten.

Der Anbieter spielt mit der Gier der Webseitenbesucher. Klicke ich zum Beispiel auf das gerade in der Auktion befindliche iPhone 3GS, so wird mir ein aktueller Auktionspreis von 95 Cent angezeigt, eine Ersparnis zum Shoppreis von 99,8%. Die angegebene Restlaufzeit liegt unter einer Minute.  Jedes Gebot erhöht den Preis um einen Cent, verlängert die Auktion um eine Minute und bringt dem Betreiber zwischen 1,12 Euro und 79 Cent Einnahme. Während ich mich jetzt angemeldet habe, ist das iPhone nun bei 1,12 Euro angelangt, die Restlaufzeit hat sich immer wieder verlängert. Es sind also im Zeitraum meiner Anmeldung 17 Gebote auf das iPhone abgegeben worden. Einnahme für den Betreiber: etwa 17 Euro.Wer da bietet, sieht man nur anhand von Nick-Names. Es scheint auch noch ein Problem bei der Zeitanzeige zu geben. Gerade fiel beim iPhone die Zeit auf 00:00:00, um im nächsten Moment dann wieder auf eine Minute Restlaufzeit zu steigen. Eigentlich hätte die Auktion bei 0 Sekunden Restlaufzeit beendet sein müssen…

Ergänzung: Um 20:05 Uhr habe ich nochmal nachgesehen. Jetzt steht das iPhone bei 1,37 Euro – die Restlaufzeit ist eingefroren und man liest den Hinweis “geht um 9:00 weiter” und “Auktionen laufen nur während der Öffnungszeiten”. Ich denke, dass man dazu jetzt nichts mehr sagen muss…

Pro Stunde und Auktion nimmt der Betreiber, der bislang auf ein Impressum verzichtet, also rund 60 – 70 Euro ein. Da kommt man schon auf andere Gedanken…

Einkauf im Online-Shop als Alternative

Wer beim Bieten nicht erfolgreich war, kann die Produkte  auch  im angeschlossenen Online-Shop kaufen, wobei die Preise meist deutlich unter den gängigen Ladenpreisen liegen sollen. Für das angebotene iPhone kann man das nicht bestätigen, denn der Verkaufspreis liegt bei 795 Euro. Bereits geleistete Auktionsausgaben für ein bestimmtes Produkt werden beim Kauf desselben Produkts im Online-Shop abgezogen. Somit soll gewährleistet werden, dass die User ihr gewünschtes Produkt auch dann  beziehen können, wenn sie die Auktion nicht gewonnen haben.

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Eine Reaktion

  1. mikey Juli 23rd, 2010 at 22:18

    was ein Beschiss, Frage mich was für Idioten da mitbieten

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