Luxus-Lippenstifte versagen im Test

10. August 2009

Überraschung bei den vom Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST untersuchten Lippenstiften: Neben Produkten von Naturkosmetikherstellern überzeugte auch die preisgünstige Eigenmarke eines Drogeriemarktes. Allerdings schnitten 121 Lippenstifte mit „ungenügend“ ab, 44 mit „mangelhaft“, darunter auch französische Luxusmarken. „Rouge Allure Lip Colour 09 Lover“ von Chanel und „Rouge Dior Lipcolor 999 Celebrity Red“ von Christian Dior enthielten neben Paraffinen/Erdölprodukte/Silikonen auch das krebsverdächtige Anilin. Beide erhielten nur die Gesamtnote „ungenügend“. Chefredakteur Jürgen Stellpflug resümiert: „Teure Kosmetik ist ihr Geld oft nicht wert. Lippenstifte, die für 2,49 Euro zu kaufen sind, zeigten in unserem Test weitaus bessere Qualität als Produkte für knapp 30 Euro.“

Teilweise stecken Paraffine, Erdölprodukte oder synthetische Stoffe wie Silikone in den Produkten. Das ist wenig erfreulich und ziemlich ungesund. Denn da der Lippenstift von Frauen nach und nach weggelutscht wird, können sich Paraffine im Körper wie etwa in den Lymphknoten anreichern. Zudem werden über die Farbpigmente zusätzliche Schadstoffe in die Grundrezeptur eingeschleust. Das von ÖKO-TEST beauftragte Labor fand in einigen Produkten Anilin, das in Verdacht steht, Krebs zu erregen. Einige Lippenstifte enthalten Tartrazin. Dieser gelbe Farbstoff kann Juckreiz und Hautausschläge auslösen.

Laut Kosmetikverordnung sind übrigens die Firmen verpflichtet, Auskunft zu geben, welche Farbpigmente in ihren Produkten stecken. Chanel, Dior und Procter & Gamble haben sich jedoch geweigert, uns die Inhaltsstoffe zu nennen – Verbraucherfreundlichkeit sieht anders aus.

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